Skip to content
Methodenkoffer des
Systemischen Coachings im beruflichen Alltag

Inhaltsverzeichnis Einleitung 2 Systemisches Coaching im beruflichen Alltag 3 Der systemische Coachingprozess 3 1. Systemische Fragetechniken 4 1.1 Bedeutung der Methode 4 1.2 Durchführung 5 1.3 Praxisbeispiel aus dem Berufsleben 5 1.4 Wann wird die Methode eingesetzt? 6 1.5 Ziel der Methode 6 1. Selbst- und Fremdwahrnehmung 7 1.1 Bedeutung der Methode 7 1.2 Durchführung 7 1.3 Praxisbeispiel aus dem Berufsleben 7 1.4 Wann wird die Methode eingesetzt? 7 1.5 Ziel der Methode 8 2. Das innere Team 8 2.1 Bedeutung der Methode 8 2.2 Durchführung 8 2.3 Praxisbeispiel aus dem Berufsleben 8 2.4 Wann wird die Methode eingesetzt? 8 2.5 Ziel der Methode 9 3. Reframing 9 3.1 Bedeutung der Methode 9 3.2 Durchführung 9 3.3 Praxisbeispiel aus dem Berufsleben 9 3.4 Wann wird die Methode eingesetzt? 10 3.5 Ziel der Methode 10 Zusammenfassende Übersicht des Methodenkoffers im beruflichen Alltag 10 Fazit 11
Einleitung
„Der Weg ist eine Methode!“ mit diesem Argument begann mein Pädagogik-Professor vor Jahren brummend sein Seminar und echauffierte sich so über die damals aufkommende Meinung „Der Weg ist das Ziel“. Bis heute habe ich jedes Mal, wenn einer diese Aussage trifft, die brummende Einleitung des Professors im Ohr. Mit welchen Methoden der Weg des Systemischen Coachings begangen wird und welches Ziel damit im beruflichen Alltag erreicht wird, möchte ich auf den folgenden Seiten erörtern. Ich erläutere in dieser Ausarbeitung, wie mit systemischen Methoden nachhaltig eine Konfliktreduzierung im beruflichen Alltag möglich ist, indem man durch Reflexion herausstellt, wieviel Anteil man selbst an einem Konflikt hat. Dafür erkläre ich zu Beginn, was ein systemisches Verfahren ist, und stelle den systemischen Coachingprozess vor, um den Gesamtablauf zu verstehen. Danach gehe ich darauf ein, mit welcher Methode hauptsächlich gearbeitet wird – mit den systemischen Fragen. Als nächstes stelle ich drei wichtige Methoden vor, nämlich das „Selbst-/ Fremdbild“, die Arbeit mit dem „inneren Team“ und eines der „Reframing“-Tools. Ich werde darauf eingehen, was die Methoden bedeuten, wie und wann sie durchgeführt werden und was das Ziel der jeweiligen Methode ist. Die angeführten Praxisbeispiele werden die theoretischen Ausführungen greifbarer machen. Zum Schluss fasse ich die Erkenntnisse zusammen und gebe eine Übersicht der beschriebenen Methoden im beruflichen Alltag.
Systemisches Coaching
im beruflichen Alltag
Im beruflichen Alltag sehen sich viele Fach- und Führungskräfte mit komplexen Herausforderungen konfrontiert, die über reine Fachkenntnisse hinausgehen. Systemisches Coaching bietet einen wertvollen Methodenkoffer, um Beziehungen, Strukturen und Dynamiken im Arbeitsumfeld gezielt zu reflektieren und nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Durch diese gezielten Reflexionen können neue Perspektiven eröffnet und nachhaltige Lösungen entwickelt werden. Im weiteren Verlauf werden unterschiedliche Methoden und Techniken vorgestellt, die im systemischen Coaching zum Einsatz kommen und ihre praktische Anwendung im beruflichen Kontext erläutert. Dabei wird insbesondere auf die Anwendung von Fragetechniken und Ressourcenorientierung eingegangen, um individuelle Lösungen zu fördern. Durch diese Methoden wird es möglich, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Auf diese Weise entsteht ein ganzheitliches Verständnis, welches es ermöglicht, nachhaltige Veränderungen im beruflichen Umfeld zu implementieren. Der Einsatz gezielter systemischer Fragen trägt dazu bei, neue Perspektiven zu eröffnen und vorhandene Muster aufzubrechen. Durch systemische Fragen wird es möglich, tiefe Einblicke in die Dynamiken und Zusammenhänge des beruflichen Umfeldes zu gewinnen und gezielt neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Der systemische Coachingprozess
Der systemische Coachingprozess lässt sich in mehrere, aufeinander aufbauende Phasen gliedern. Diese Struktur unterstützt sowohl den Coach als auch den Coachee dabei, den Prozess transparent, zielgerichtet und nachvollziehbar zu gestalten. Gleichzeitig bleibt genügend Flexibilität, um auf individuelle Anliegen und situative Dynamiken eingehen zu können. In den verschiedenen Phasen sind unterschiedliche Techniken nötig und möglich. In diesem Abschnitt richte ich mich nach dem 6 Phasen-Modell von Dr. Möhn:
1. Phase:
In der Einstiegs- und Auftragsklärungsphase steht zunächst die Klärung des Anliegens im Vordergrund, mithilfe faktisch orientierter systemischer W-Fragen. Der Coach stellt sich und das Verfahren vor, sowie die Grundprinzipien, Erwartungen, Rahmenbedingungen, beteiligte Systeme, Ausschlusskriterien und physischer Daten. Alle Beteiligte unterschreiben vor Prozessbeginn ein Arbeitsbündnis.
2. Phase:
Es werden alle Themen auf der Sachebene gesammelt. Mit sachlich orientierten offenen W-Fragen („Was ist passiert?“, „wann ist es passiert?“, „wie?“, „wo?“…) wird gemeinsam erarbeitet, welches Ziel der Coachee erreichen möchte und in welchem Kontext das Anliegen verortet ist. Dabei geht es um das konkrete Problem. Ein erstes Nahziel wird verifiziert.
3. Phase:
Hier findet eine Schnittstelle zwischen der Sachlichen- und der Beziehungsebene statt. Nachdem die Position, das erste Nahziel, festgehalten wurde, wird mithilfe einer wunschorientierten Frage zum priorisierten Thema eine Arbeitsfrage mit selbstwirksamem Ich-Bezug herausgearbeitet. Mit dieser Arbeitsfrage wird der Prozess weitergeführt.
4. Phase:
Darauf folgt die Analyse- und Reflexionsphase, in der die aktuelle Situation vertieft betrachtet wird. Systemische Fragetechniken, wie zum Beispiel „die Selbst-/ Fremdwahrnehmung“, „das innere Team“ oder „das Reframing“ unterstützen dabei, Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Muster im beruflichen Umfeld sichtbar zu machen. Durch Perspektivwechsel und Reflexion können neue Einsichten gewonnen werden, die über die ursprüngliche Problemdefinition hinausgehen. Auf diese drei systemischen Methoden wird im weiteren Verlauf noch näher eingegangen. Ressourcenorientierte Fragen helfen dabei, vorhandene Stärken und Kompetenzen zu aktivieren und mögliche nächste Schritte zu entwickeln.
5. Phase:
In der anschließenden rationales Lösungsphase liegt der Fokus auf der Erarbeitung konkreter Handlungsoptionen. Ziel ist es, realistische und umsetzbare Lösungsansätze zu formulieren. Dies geschieht mit einer „Wunderfrage“ („In zwei Wochen wachen Sie auf und stellen fest, der Konflikt im Team ist aufgelöst. Wie haben Sie das erreicht?“) Der Coachee sammelt auf der rationalen Ebenen alle denkbaren Lösungen, ohne vom Coach bewertet zu werden. Sie werden durch die „SMART-Analyse“ überprüft.
6. Phase:
Den Abschluss bilden die Ratifizierung und Transferphase, in der die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und in den beruflichen Alltag übertragen werden. Sachliche, rationalisierte systemische Fragen (Wer, wie, wann, wo, womit?) unterstützen hierbei die Reflexion des Prozesses sowie die Sicherung der Nachhaltigkeit, indem Vereinbarungen getroffen und mögliche Hindernisse berücksichtigt werden.
Im Folgenden werden exemplarisch drei verschiedene Arten von systemischen Fragen erläutert. Darüber hinaus wird dargestellt, wie diese Fragen entlang der einzelnen Phasen eines Coachingsprozesses eingesetzt werden können und welche Bedeutung ihnen im beruflichen Alltag zukommt.